Jetzt ist es amtlich: Dass Einweggeschirr aus Plastik verboten werden soll, ist schon lange bekannt, jetzt hat die EU es in Brüssel auch offiziell beschlossen. Unter das Plastikverbot, das 2021 in Kraft tritt, fallen nicht nur Besteck, Teller und Trinkgefäße aus Plastik, sondern auch die klassischen Strohhalme oder Verpackungen aus aufgeschäumtem Polystyrol.

Vielen Gastronomen dürfte bereits aufgefallen sein, dass es kaum noch möglich ist, Kunststoffverpackungen für das To-Go-Geschäft im Großhandel zu bekommen. Dafür wächst das Angebot an ökologischen, nachhaltigen Alternativen. Wiederverwendbare Strohhalme aus Edelstahl oder Glas sind ebenso gefragt wie essbare oder recycelbare Varianten. Und Geschirr für Cateringveranstaltung oder das Außerhausgeschäft bestehen vermehrt aus biologisch abbaubarem Plastik, Bambus, Palmbättern oder anderen Zellstoffen, die mit den Speiseresten entsorgt werden können.

KOMPOSTIERBARE VERPACKUNGEN AUS BIO-PLASTIK UND PAPIER

Einweggeschirr aus Bio-Plastik, wie es unter anderem von Biofutura angeboten wird, besteht überwiegend aus Rohstoffen wie Zuckerrohr, Mais oder anderen Stärke haltigen Pflanzen. Mit der kompostierbaren Alternative zu herkömmlichem Plastik, das bis zu 450 Jahre länger zum vollständigen Abbau benötigt, gehen Gastronomen den ersten Schritt in die richtige Richtung.

Bio Plastik To Go

Noch besser beraten sind sie mit Verpackungen aus kompostierbarer Pappe, für die Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet wird. Greentable hat zusammen mit der Initiative Zu gut für die Tonne! des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Beste-Reste-Box aus Pappe entwickelt. In dieser können Gastronomen ihren Gästen übriggebliebene Speisen mitgeben und auf diese Weise bis zu 23 Kilogramm weggeworfene Lebensmittel pro Gast sparen. Die Box hat ein Füllvolumen von 1.350 ml, besteht aus FSC-zertifiziertem Kraftpapier mit Bio-Plastik-Beschichtung und ist selbstverständlich biologisch abbaubar.

VERPACKUNGEN AUS AGRAR-ABFÄLLEN VON BIO-LUTIONS

Verpackungen direkt aus Speiseresten stellt Bio-Lutions her. Bis die Lebensmittel zum Verzehr bereit auf dem Teller liegen, fallen jede Menge Agrar-Abfälle an. Ein Großteil wird an Nutztiere verfüttert oder zur Energie- und Treibstoffgewinnung genutzt. Was übrig bleibt, nutzt Bio-Lutions und verarbeitet es zu biologisch abbaubaren Verpackungen weiter. Bislang werden dafür überwiegend Agrar-Abfälle vom Anbau von Kokosnüssen, Ananas, Reis und Weizen verwendet. Auch Sägespäne oder Baumwollreste eignen sich. Produziert werden die Verpackungen direkt vor Ort. Das spart lange Transportwege und damit Emission.

Bio-Lutions Produktpalette

In einem patentierten Verfahren reinigt Bio-Lutions die Agrar-Abfälle und verarbeitet sie zu selbstbindenden Nanoteilchen, die dann in Form gepresst werden. Chemische Zusätze braucht es keine und Wasser- sowie Energiebedarf für die Produktion sind minimal.

PFANDSYSTEM ZAHLT SICH NOCH NICHT AUS

Einige Gastronomen setzen auf wiederverwendbare Verpackungen aus Edelstahl oder Glas, die sie ihren Gästen gegen Pfand mitgeben. Das Prinzip ist das wohl nachhaltigste, geht aber auch mit größeren Investitionen einher. Zudem ist die Verlustrate der To-Go-Gefäße groß, da nicht jeder Gast das Pfandgeschirr auch zurück bringt.

Text: Carina Jürgens