Man muss nicht gleich seinen Betrieb auf „bio“ umstellen, wenn man etwas für den Schutz der Umwelt und für eine naturnahe Landwirtschaft tun will. Ein erster Ansatz kann sein, auf Gentechnik zu verzichten. Die Gefahren der Gentechnik sind bekannt: Einmal eingesetzt, ist sie nicht rückholbar und kann die Artenvielfalt bedrohen. Denn mit dem Einsatz von Gentechnik steigt der Pestizidverbrauch und traditionelle Pflanzenarten verschwinden. Und Nützlinge, die gut für die Natur sind, werden geschädigt.

Auswirkungen auf den Menschen sind noch gar nicht langfristig erforscht. Bei Tierversuchen an Ratten hat sich zum Beispiel heraus gestellt, dass sich der Fettstoffwechsel in der Leber veränderte. Bei Schweinen traten starke allergische Reaktionen auf. Und beim Menschen? Niemand weiß es genau.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sagt dazu: „Im Oktober 2013 hielten Wissenschaftler des European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility (ENSSER) in einer öffentlichen Stellungnahme fest, dass es – entgegen der Behauptungen der Gen-Industrie und anderer Gentechnik-Befürworter – keinen wissenschaftlichen Konsens über die Sicherheit von gentechnisch veränderten Lebensmitteln gibt. Inzwischen haben über 300 Wissenschaftler dieses Statement unterschrieben.“

Sowohl Verbraucher als auch Landwirte lehnen Gentechnik ab. Den Verbrauchern ist Gentechnik suspekt und genmanipulierte Produkte, die als solche gekennzeichnet werden müssen, haben in Deutschland in den Supermärkten keine Chance. Für Landwirte lohnt sich der Einsatz nicht.

Es gibt allerdings bei der Kennzeichnung von Gentechnik eine Lücke. Lebensmittel wie Milch, Eier und Fleisch von Tieren, die mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert wurden, müssen nicht gekennzeichnet werden.

Laut dem Umweltinstitut München werden in die EU jährlich rund 37 Millionen Tonnen zumeist genmanipulierte Sojabohnen oder Sojaschrot eingeführt. Über 80 Prozent davon landen im Futtertrog. Und so ist fast jedes Stück Fleisch, sind Eier und Milchprodukte, die bei uns zu Hause oder auf dem Teller der Gäste landen, ein Gentech-Produkt. Weil Geflügel, Schweine und Rinder mit Gen-Soja, Gen-Mais und Gen-Raps gefüttert werden. Fleisch ist ein Stück Lebenskraft? Milch ist gesund? Da kommt man ins Grübeln.

Auf dem Markt hat es aber Bewegung gegeben: In Supermärkten und bei Discountern wie Aldi und Lidl gibt es inzwischen Geflügel und Milch mit dem Siegel „Ohne Gentechnik.“ Auch die Metro, bei der viele Gastronomen einkaufen, verzichtet bei ihren Eigenprodukten auf Gentechnik.

Es lohnt sich also, beim Einkauf genauer hinzuschauen und Produkte frei von Gentechnik zu kaufen.

Text: Cordula Gartman