Gesetze zur Regulierung des Fischfangs und Lables wie das des Marine Stewardship Council (MSC) leisten ihren Beitrag, um nachhaltig agierende Fischreibetriebe zu fördern und den Fischbestand zu schützen. Nur so ist es möglich, den wachsenden Bedarf für dieses Lebensmittel zu decken.

Das MSC-Siegel sichert die Rückverfolgbarkeit des Fisches über ein dreistufiges Auszeichnungssystem. Ist Fisch im Einkauf mit dem MSC-Siegel gekennzeichnet, müssen sowohl die Fischerbetriebe, als auch die verarbeitende Industrie und der Handel die Auflagen der unabhängigen Umweltorganisation erfüllen.

MSC VERTEILT „VORSCHUSS-LORBEEREN ALS ANSPORN“

Doch der MSC steht immer wieder in der Kritik. Vor allem Green Peace bemängelt, dass selbst Organisationen, die „nur“ 80 Prozent der Kriterien für die Auszeichnung erreichen, das Siegel tragen dürfen. „Wir verteilen lieber Vorschusslorbeeren und würdigen damit die bisher erbrachte Leistung, statt einen Großteil der Bewerber durch das Testsystem fallen zu lassen“, betont MSC-Referentin Ines Biedermann. „Auf diese Weise haben wir die Betriebe bereits im System, wodurch wir Regularien besser durchsetzen und Auflagen zur Haltung des Siegels erteilen können. Mit Hilfe konkreter Maßnahmenpläne können die Betriebe weiter an sich arbeiten und sich laufend verbessern.“

Über positive Anreize statt Tadel und das Aufzeigen von Möglichkeiten zur Verbesserung will der MSC mehr Betriebe für nachhaltige Fischzucht sensibilisieren. Zudem soll durch verschiedene Kampagnen und Aktionen unter dem Hashtag #ConversationOptimission vermehrt zur Diskussion angeregt werden. „Wir wollen erreichen, dass Nachhaltigkeit auch für den Gast zum relevanten Thema wird. So kommt das Umdenken erst richtig in Fahrt“, sagt Ines Biedermann. Darüber hinaus strebt der MSC die Zusammenarbeit mit „den großen Entscheidern“ an, denn „ihre Wahl für MSC-zertifizierten Fisch hat globalen Einfluss.“

TRANSGOURMET SEAFOOD TRÄGT MSC- UND ASC-SIEGEL

Während mit dem MSC-Siegel Fisch aus Wildfang zertifiziert wird, zeichnet das ASC-Siegel Zuchtfisch aus. Transgourmet Seafood trägt als Handelsunternehmen sowohl das MSC-, als auch das ASC-Siegel. Damit nimmt das Unternehmen eine wichtige Vorreiterrolle ein. „Allein der Umsatz von MSC-Kabeljau-Loin und diversen MSC-Matjesfiletprodukten hat bei uns innerhalb eines Jahres über 20 Prozent zugelegt“, sagt Jürgen Bergmann, der bei Transgourmet Seafood für die praktische Umsetzung des Themas Nachhaltigkeit zuständig ist. „Das blaue MSC-Herkunftssiegel stößt nicht nur bei Gastronomen auf positive Resonanz, auch bei den Gästen hat es einen hohen Bekanntheitsgrad.“ Beim Bio-Siegel für Fisch aus Wildfang ist allerdings Vorsicht geboten, denn nur unter aquakulturellen Bedingungen lassen sich die Anforderungen für Bio-zertifizierten Fisch tatsächlich erfüllen.

WIE WERBEN GASTRONOMEN MIT DEM MSC-SIEGEL?

Um das MSC-Siegel in Speisenkarten und für Werbemittel nutzen zu können, müssen Gastronomiebetriebe an den regelmäßigen Kontrollen teilnehmen und den Auszeichnungsprozess absolvieren. Doch viele Gastronomen verzichten bislang auf die Aufzeichnung, wie Ines Biedermann berichtet. „Im Gespräch stellen wir oft fest, dass sie vermeintlich hohe Kosten für die Lizensierung fürchten. Dabei berechnet sich die Lizenzgebühr nach dem Umsatz des Betriebes mit einem Anteil von 0,5 Prozent und ist nach unseren Erfahrungen tragbar für die Betriebe“, sagt die MSC-Referentin. Auch die Angst, dass betriebsinterne Daten durch die Kontrollsystem nach außen gelangen könnten, erklärt Ines Biedermann als unbegründet. „Alle Daten bleiben beim und im Unternehmen, selbst der Bericht, der durch das Audit erstellt wird.“

Wer dennoch unsicher ist, wie für den eigenen Betrieb mit dem MSC-Siegel bestmöglich geworben werden darf, kann sich beim MSC direkt beraten lassen.

Text: Carina Jürgens