Fisch und Meeresfrüchte sind gefragt wie nie. Vor allem in Zeiten, da immer mehr Menschen bewusst auf Fleisch verzichten, ist Fisch eine beliebte Alternative für die Tellermitte. Die steigende Nachfrage nach Fisch hat aber auch zur Folge, dass die natürlichen Quellen knapp werden.

Die Überfischung der Meere durch die industrielle Fischerei ist ein Problem mit weitreichenden Folgen. Naturgemäß schmecken uns nämlich Raubfische am besten. Werden sie in großen Mengen aus dem Meer geholt, steigt die Population der kleineren Fische, die ihnen sonst als Futter dienen würden, exponentiell an. Je mehr von ihnen vorhanden sind, desto mehr Futter benötigen sie wiederum.

Durch die exzessive Fischerei sorgen wir Menschen also für ein wachsendes Ungleichgewicht im Meer. „Diese wellenförmige Populationsveränderung, die durch die industrielle Fischerei bedingt wird, hat einen weitreichenden Einfluss auf den gesamten Lebensraum der Fische und Meerestiere und damit auch auf Natur und Umwelt“, weiß Dr. Gerd Kraus, Leiter des Instituts für Seefischerei in Bremerhaven.

VERLUST DER BIO-DIVERSITÄT

Eine Folge ist der Verlust der Bio-Diversität und damit eine erhöhte Angreifbarkeit des Ökosystems. Um dem entgegenzuwirken, erforschen Dr. Gerd Kraus und seine Kollegen im Johann Heinrich von Thünen-Institut unter anderem die Auswirkungen von Fischerei und Fischereiökologie. Darauf basierend sprechen sie Fangempfehlungen für die europäischen Fischereibetriebe aus. Das Thünen-Institut arbeitet hierbei auch mit dem Marine Stewardship Council (MSC) und anderen Instituten zusammen.

Mit dem MSC-Siegel soll die Rückverfolgbarkeit des Fisches über ein dreistufiges Auszeichnungssystem gesichert werden. Ist ein Fisch im Einkauf mit dem MSC-Siegel gekennzeichnet, müssen sowohl die Fischerbetriebe, als auch die verarbeitende Industrie und der Handel die Auflagen der unabhängigen Umweltorganisation erfüllen. Entsprechend können Gastronomiebetriebe, die MSC-zertifizierten Fisch verarbeiten, das Siegel nur dann für ihre Speisekarten verwenden, wenn sie an den regelmäßigen Kontrollen teilnehmen und den Auszeichnungsprozess absolvieren.

ZUM SCHUTZ DER MEERE ALTERNATIVEN ZUM WILDFANG FINDEN

Gesetze zur Regulierung und Labels wie das des MSC leisten somit ihren Beitrag, um nachhaltig agierende Fischereibetriebe zu fördern und den Fischbestand zu schützen.

Dennoch müssen Alternativen zur Wildfangfischerei her, damit die Fischbestände sich wieder erholen können. Die Lösung scheint mit Fisch aus Aquakultur gefunden zu sein. Sie ist planbar, bietet eine hohe Kalkulationssicherheit und bessere Möglichkeiten zur nachhaltigen Aufzucht der Tiere. Zudem kann nur Fisch aus Aquakultur die Anforderungen für eine Bio-Zertifizierung gewährleisten.