Weniger Fleisch, bessere Ökobilanz – so weit, so klar. Verzicht oder gar Vegetarismus ist trotzdem nicht jedermanns Lösung, da sind sich die beiden Osnabrücker Max Krämer und Baris Özel sicher. Mit dem „Bux Burger“, der vor allem aus gemahlenen Buffalowürmern besteht, wollen die beiden tierisches Eiweiß ins Burgerbrötchen bringen, dessen Ökobilanz jeden Hackpatty alt aussehen lässt. Entscheidendes Hindernis bislang: die deutschen und europäischen Lebensmittelgesetze.

Südamerika, Afrika, Süd-Ost-Asien – Insekten sind fester Bestandteil des Speiseplans von rund zwei Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Frittierte Heuschrecken? Was den Europäer ekelt, lässt Menschen in Thailand das Wasser im Munde zusammenlaufen. Und tatsächlich bringt der Verzehr von Insekten – auch Entomophagie genannt – vor allem den Menschen wichtige Proteine, die sich den Verzehr von Fleisch nicht leisten können. Mittlerweile ist allerdings klar: der Fleischverzehr der westlichen Welt muss zurückgehen, wenn wir wirklich etwas gegen Klimawandel und Welthunger tun wollen.

Max Krämer und Baris Öze aus Osnabrück haben hierfür 2014 die Bugfoundation gegründet und Ende 2015 den ersten „Bux Burger“ entwickelt. Raus mit dem Hackfleischklops, rein mit dem Patty aus Buffalowürmern, also den Larven des Getreideschimmelkäfers. Damit handeln die beiden ganz im Sinne der Welternährungsagentur der Vereinten Nationen (FAO) die bereits die Empfehlung ausgesprochen hat, Insekten stärker in die alltägliche Ernährung zu integrieren. Die kleinen Krabbler haben einen hohen Nährstoffgehalt und ihre Aufzucht verbraucht nur einen Bruchteil der Ressourcenmenge, die die Fleischerzeugung für die gleiche Proteinmenge erfordert. Hindernisse sind jetzt nur noch ein paar Paragraphen der deutschen und europäischen Gesetzgebung.

Bux Burger

Salat, Tomate – und viel Käfer: der Bux Burger

Zwar dürfen ganze Insekten in der Europäischen Union nicht als Lebensmittel verkauft werden, gemahlen und mit pflanzlichen Bestandteilen kombiniert, sieht das allerdings schon wieder anders aus. In Belgien und den Niederlanden hat der Bux Burger daher bereits erste Abnehmer und steht auf der Speisekarte ausgewählter Restaurants. An der deutschen Lebensmittelgesetzgebung sind die beiden Osnabrücker bislang aber noch nicht vorbeigekommen. Insekten sind laut Gesetz keine Nahrungsmittel und dürfen auch nicht als solche verkauft werden. Aber Zeiten ändern sich und das Startup aus Niedersachsen steht schon in den Startlöchern für den nationalen Verkauf.

Unterstützt wird das Jungunternehmen vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) in Quakenbrück, mehrere Gründerpreise haben Max Krämer und Baris Özel mit der Bugfoundation auch schon abgeräumt. Jetzt muss nur noch die Lebensmitteltauglichkeit des Bux Burgers nachgewiesen werden. Ist schon in der Mache. Wir sind gespannt, wann der erste Bux Burger in einem unserer Greentable-Restaurants serviert wird. Gerne stellen wir für Interessenten den Kontakt her.

Fotos: Bugfoundation